5 Best Practices zur Katastrophenplanung für Datenzentren
Feuer ist die größte Bedrohung für Ihre Datenzentren – hier ist Ihr Aktionsplan zur Minimierung der Ausfallzeiten und zur Auswahl der richtigen Brandunterdrückungssysteme

Charles Strobel
Dies ist der beste Zeitpunkt, die Katastrophenplanung für Ihr Datenzentrum zu überdenken – und welches Brandunterdrückungssystem für Sie das richtige ist.
Unabhängig davon, ob es sich um eine neue oder bestehende Installation für einen kleinen Serverraum oder einen riesengroßen Datenzentren-Komplex handelt, es gibt einige wichtige Schritte, um noch in diesem Jahr die Geschäftskontinuität zu maximieren. Es gibt viele Ursachen für Ausfallzeiten, aber die Vermeidung der größten Bedrohung ist ein intelligenter Ausgangspunkt.
Schauen Sie sich Delta Airlines an. Ein Brand im Datenzentrum 2016 in Atlanta führte zu einem Stromausfall, der 2.000 annullierte Flüge mit 150 Millionen USD an entgangenem Umsatz zur Folge hatte. Oder den Pensionsfonds UniSuper. Im vergangenen Jahr hat ein Feuer in einem Datenzentrum in Australien den Zugriff von 400.000 Kunden für rund 24 Stunden abgeschnitten, wodurch diese nicht mehr auf ihre Konten zugreifen konnten, die zu den USD 57,5 Milliarden des verwalteten Fondsvermögens des Unternehmens beitragen.
Was können Sie also unternehmen, um die Bedrohung durch Brand und andere Ursachen für Ausfallzeiten zu minimieren? Wenngleich es sich hier um keine umfassende Auflistung handelt, dürften Ihnen die folgenden fünf wichtigen Schritte weiterhelfen, Ihre Katastrophenplanung besser zu gestalten.
5 Best Practices
#1 Analyse: Was sind die Risiken und wie können Sie sich erholen?
Der erste Schritt in jeder Katastrophenplanung besteht in einer vollständigen Bewertung des Risikos und der Katastrophenbereitschaft. Welche Auswirkungen hat ein Stromausfall auf den Betrieb? Welche Wahrscheinlichkeit gibt es für einen Stromausfall in Ihrem Datenzentrum und was wären die Ursachen?
Fast ein Drittel aller Datenzentren hatte im vergangenen Jahr einen Stromausfall, im Gegensatz zu 25 % 2017. Brände sind nicht nur die dritthäufigste Ursache von Ausfallzeiten, sondern sind auch die folgenschwerste bezogen auf die Dauer. Im Durchschnitt sind nach Bränden in Datenzentren 25 Stunden zur Wiederherstellung erforderlich, im Gegensatz zu 7,8 Stunden bei Problemen mit Heizung, Lüftung, Klimatechnik (HVAC) und 6,5 Stunden bei Stromausfällen. Bei Kosten für Ausfallzeiten von durchschnittlich 1 Million USD oder mehr summiert sich das schnell.
Was unternehmen Sie im Fall eines Brandes oder einer anderen Katastrophe? Welche Mitarbeiter werden damit beauftragt, spezifische Systeme und Technologien wiederherzustellen? Neben Bränden muss ein durchführbarer Katastrophenplan die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen von Erdbeben, Unwettern, Cyberattacken, fehlerhafter Ausrüstung und menschlichen Fehlern berücksichtigen. Erfassen und dokumentieren Sie anschließend, was für jedes Szenario zur Wiederherstellung erforderlich ist.
#2 Nicht sprühen, sondern ersticken: Denken Sie an Inertgas-Brandunterdrückung
Die beste Lösung für den Brandschutz hängt immer vom Anwendungsfall ab und variiert sogar von Standort zu Standort.
Die meisten Brandunterdrückungssysteme gibt es in vier Grundtypen: wasserbasiert, Nass- und Trockenchemikalien und Inertgas. Alle haben dabei ihren Anwendungsbereich. In vielen Datenzentren sollte man überprüfen, ob sich der Einsatz eines automatischen Inertgas-Brandunterdrückungssystems mit Underwriters Laboratories (UL)- und FM-zertifizierten Komponenten lohnt.
Im Allgemeinen bestehen Löschmittel zur Inertgas-Brandunterdrückung gewöhnlich aus 100 % Stickstoff, 100 % Argon oder einem Gemisch von beidem. Diese Inertgase sind chemisch nicht reaktiv, was sie außerordentlich sicher und effektiv zum Löschen von Bränden macht.
In den meisten Fällen entladen „Gesamtflutungssysteme“ das Löschmittel zur Inertgas-Brandunterdrückung in einer ausreichenden Konzentration, um ein Feuer in einem Datenzentrum zu ersticken. Der Sauerstoffanteil wird so weit reduziert, dass nichts mehr brennen kann, anwesende Personen aber den Ort dennoch gefahrlos verlassen können. Die Flammen werden innerhalb von Sekunden gelöscht und es entstehen keine Schäden an Daten oder Geräten. Das bedeutet, Sie können sich schnell wieder an die Arbeit begeben.
#3 Sorgen Sie vor: Durch Backup Ihrer (Brandschutz-)Systeme
Das Hosten aller Daten in einem Datenzentrum ist keine gute Idee. Daten sollten immer an verschiedenen Standorten gleichzeitig gehostet werden. Ein Backup Ihres Brandunterdrückungssystems kann ebenfalls eine gute Idee sein.
Tatsache ist, 60 % der Brände in Datenzentren nehmen ihren Anfang in Schaltschränken. Zusätzlich zu raum- und gebäudespezifischen Systemen können Sie automatische Brandunterdrückungssysteme innerhalb des Schaltschranks selbst installieren, nahe an den Kabeln und Stromkreisen, wo ein Feuer ausbrechen kann.
Die modernsten Schaltschrank-Brandunterdrückungssysteme nutzen druckbeaufschlagte, lineare Druckluftschläuche, die platzen, wenn ein Feuer in einem Schaltschrank erkannt wird. Der plötzliche Druckabfall im Schlauch aktiviert das System und flutet sofort den gesamten Schaltschrankbereich mit Löschmittel - es gelangt also an den Ort, wo raumbasierte Brandschutzsysteme keinen unmittelbaren Schutz bieten.
Das Feuer wird bereits kurz nach Ausbruch erstickt und Schäden somit minimiert. Raumbasierte Systeme müssen so nicht unnötig aktiviert werden, was die Wiederherstellung nach einem Störfall erheblich beschleunigt und die Geschäftskontinuität sicherstellt.
#4 Ruhe bewahren: Schallpegel reduzieren und Daten retten
Ein Inertgas-Brandunterdrückungssystem, das den Brand löscht, aber Ihre Daten zerstört, nutzt Ihnen nicht viel. In extrem seltenen Fällen und abhängig vom Festplattentyp und -aufbau, der Raumakustik und weiteren Faktoren, kann die plötzliche Freisetzung von Löschmitteln empfindliche Geräte beschädigen, wenn der Schallpegel 110 dB erreicht.
Glücklicherweise kann dies vermieden werden. Heutzutage bieten viele der besten Inertgas-Brandunterdrückungssysteme Silent Nozzle Düsen an, die den durch die Systemaktivierung verursachten Lärm dämpfen, um empfindliche Server und Festplatten gegen Lärmschäden zu schützen.
#5 Und immer wieder: Testen und validieren Sie Ihren Plan
Wenn Sie einen Plan erstellt haben, müssen Sie diesen validieren. Machen Sie Brandschutzübungen mit Ihren Mitarbeitern. Simulieren Sie eine Katastrophe, um die Wiederherstellungssysteme zu testen.
Zünden Sie selbst keine Feuer oder dergleichen. Das ist nicht Sinn der Sache. Enterprise Storage Forum schlägt stattdessen vor, bei der Prüfung der Wiederherstellung nach Katastrophen Planübungen mit einzubeziehen, bei denen Wiederherstellungsverfahren besprochen und bewertet werden, ohne physikalisch Maßnahmen zu ergreifen. Dies alles sollten Sie in einem dokumentierten Plan beschreiben. Sie können auch praktische technische Tests durchführen, bei denen die Teilnehmer mit Hilfe eines Offline-Systems die Systembereitschaft bewerten sollen. Planen Sie zudem regelmäßige Audits und wiederholen Sie alles noch einmal, um festzustellen, ob neue oder geänderte Vorsichtsmaßnahmen oder Pläne erforderlich sind.
Erwarten Sie das Unerwartete
Im Katastrophenfall ist es wie im Krieg: Im Ernstfall läuft es oft nicht nach Plan.
Aber einen Plan zu haben ist immer noch besser als ohne Plan dazustehen. Mit ausreichender Vorbereitung gibt es immer die Hoffnung, dass das Personal genau weiß, was zu tun ist und ggf. auf der Grundlage der tatsächlichen Gegebenheiten improvisiert. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Brandunterdrückungssystemen ist die Schlacht schon halb gewonnen.
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